Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Beifuss -
fussbad

Die Pflanze

Bei den germanischen Stämmen galt der Beifuss als die mächtigste aller Pflanzen: Mugwurz, "Machtwurz " wurde er genannt. Noch im Mittelalter feierte man ihn als Herbarum mater - Mutter der Kräuter. In allen Kulturen war bzw. ist der Beifuss Räucher- und Weihpflanze -oft im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und Sexualität.
Beifuss ist erkennbar an den eingeschnittenen Blättern, die unterseitig weissfilzig leuchten, an den unscheinbaren weisslichen Blütenköpfen und dem rot angelaufenen, kantigen Stengel. Die Pflanze, die häufig an Wegrändern und an Böschungen zu finden ist, riecht etwas eigenartig und schmeckt sehr bitter.

Die Wirkung

Die mittelalterlichen Hebammen benutzten das "frawenkraut" zur Förderung der Geburt, zur Linderung von Frauenkrankheiten und - in stark toxischer Dosierung - zur Abtreibung unerwünschter Leibesfrucht.
Auch in der Brautwerbung soll Beifuss (im Kopfkissen versteckt) eine grosse Rolle gespielt haben....
Die Wirkstoffe sind ätherische Öle, Bitter- und Gallenstoff, Insulin.
Anwendungsbereiche heute: als Teeaufguss bei Appetitmangel, Blähungen, Magen- und Darmkrämpfen; als Salbe bei Gicht und Rheuma; als Wurzelabkochung bei epilepsieartigen Verkrampfungen; in das Kopfkissen gepackt bei Schlafstörungen; weiter bei Vergiftungen und gegen Würmer.

Grossmutter Annas Fussbad

Meine Grossmutter nahm für das Fussbad 2 - 3 Handvoll getrocknetes oder frisches Kraut, setzte es in einem Eimer Wasser kalt an und kochte anschliessend das Ganze 5 min in einem zugedeckten Topf.
Heiss half das Fussbad bei Unterleibsstörungen und Verkrampfungen, kalt bei müden und geschwollenen Füssen.
Einfacher jedoch ist es, die ermüdeten Füsse (oder die vom Muskelkater befallenen Glieder) mit dem zerknüllten frischen Kraut einzureiben. Wirkt sofort!