Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Heidelbeer-
tinktur
gegen
ekzeme

Die Pflanze

Wie sehr die Heidelbeere als Heilmittel geschätzt wird, geht aus dem alten Spruch hervor: In der Heidelbeerzeit kann der Arzt ruhig in die Ferien gehen.

Die Heidelbeere ist fast auf der ganzen nördlichen Halbkugel heimisch und findet sich bei uns häufig in Wäldern und Torfmooren. Sie liebt etwas sandigen Boden. Man verwendet von der Pflanze die Blätter und die Beeren. Die Früchte weisen einen auffällig hohen Gehalt an Gerbstoffen auf, ferner das Pektin, Vitamine B und C, das Provitamin A und neben organischen Säuren viel Zucker .

Die Wirkung

Die glückliche Verbindung von Gerb-, Farbstoffen und Pektin machen die Heidelbeere, ohne den Magen zu reizen, zum auserwählten Durchfallmittel. Neben der durchfallhemmenden, zusammenziehenden und darmberuhigenden Wirkung ist sie auch keimtötend und entzündungswidrig. Das Kauen von getrockneten Beeren wirkt ausgezeichnet bei Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündungen. Mit Glycerin vermischt eignet sich die Tinktur zur Aufpinselung bei Ekzemen, schlecht heilenden Wunden und bei nässenden und juckenden Hautausschlägen.

Die Blätter gelten in der Volksmedizin als wirksam bei Zuckerkrankheit.

Grossmutter Annas Heidelbeer- Tinktur gegen Ekzeme

Anna setzte 125g getrocknete Heidelbeeren in ¾ Liter Trester an und liess vier Wochen lang ausziehen. Anschliessend seihte sie ab und bewahrte die Tinktur gut verschlossen auf. Zur Anwendung gegen Ekzeme mischte sie Glycerin bei.

Der Alkoholauszug lässt sich übrigens jahrelang aufbewahren.

Bei starkem Durchfall kam auch ein Heidelbeerwein zur Anwendung, wobei Anna eine Handvoll Beeren in ¼ Liter Rotwein kochte. Von dieser wässrigen und verdünnten Heidelbeerabkochung gab sie selbst ihren Säuglingen (und davon hatte sie immer wieder welche) löffelweise zu kosten.