Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Holunder-
beeren -
halswehbrei

Die Pflanze

Der Holunder gehört zu den ältesten überlieferten Heilpflanzen unseres Kulturkreises. Noch heute gilt unter der ländlichen Bevölkerung das Sprichwort, dass man vor einem Holunderbusch den Hut ziehen müsse, da er, als Medizinkiste des Landes, ein Dutzend Krankheiten zu heilen vermöge. Die Überlebenskraft der Pflanze macht den Holder zu einem Symbol der Wiedergeburt. Der Kulturfolger galt bei den Kelten als heiliger Baum

Die Wirkung

Alle Teile lassen sich verwenden: Die gewaschene und eingeweichte Wurzel gibt einen Saft, der bei Nierenbeschwerden und Lymphgefässkrankheiten heilsam ist. Die pulveristierten Rindenschichten, die man von alten Ästen nimmt, ergeben in Wein ein geschätztes Heilmittel gegen epileptische Anfälle. Zusammen mit Storchschnabelblättern und Knoblauchzehen stellt man einen Auszug gegen Hautjucken, Ekzeme und Milchschorf her. Die Blüten gelangen als Lotion bei Augenkrankheiten, Erkältungen, Husten und Lungeninfektionen zur Anwendung. Holunderlotion ist ein ausgezeichnetes Mittel für Haut und Haar.

Und die Beeren?

Grossmutter Annas Halswehbrei

Meine Grossmutter zerstampfte zuerst die vollreifen Beeren. Zusammen mit Honig vermischt ergaben sie ein beruhigendes und heilendes Mittel bei Halsweh und Husten. Sie setzte den Brei auch bei Mandelinfektionen, bösartigen Hautgeschwüren und bei Verbrennungen oder Verbrühungen ein. Der Brei ist zudem mild abführend.

Annas Holunderwein: 7 l Wasser, 2 kg Zucker - Flüssigkeit einmal aufwallen lassen. 3 l Holunderbeeren dazugeben und nochmals erhitzen (nicht kochen). Auskühlen lassen und 20 g Hefe hinzugeben, in Glasbehälter mit Gärrohr geben. Nach ca. 10 Wochen ist die Flüssigkeit klar. Vorsichtig in saubere Flaschen abfüllen. gut verkorkt können sie im Keller jahrelang aufbewahrt werden.