Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
ross-
kastanien -
hämorrhoi-
denbad

Die Pflanze

Seit dem 16. Jahrhundert ist dieser beliebte Park- und Alleenbaum in allen Städten und Dörfern häufig zu finden. Seine stattlichen Äste mit den gefingerten grossen Blättern überdachen so manchen Biergarten. Aus den kegelförmigen aufrechten Blütentrauben entwickeln sich die glänzend dunkelbraunen "Kastanien" mit ihrer stacheligen grünen Schale. Entbitterte und getrocknete Rosskastanien können gemahlen als Stärkungsmittel in Suppen und Gebäck verwendet werden.

Die Wirkung

Die Früchte enthalten ein Gemisch aus Saponinen, Gerbstoff, Eiweiss, fettem Öl und Stärke, scheinbar die ideale Zusammensetzung für ein Venentonikum. Damit aber die Substanz über den Darm wirksam wird, muss die "Kastanie" sehr fein zerrieben werden.
Dies bewirkt auch eine Vermehrung der Harnausscheidung um bis zu 300%. Die Wirkstoffe, die in der Frucht, der Rinde und in den Blättern vorhanden sind, können äusserlich gegen Hämorrhoiden und Krampfadern angewendet werden. Innerlich behandelt man mit Rosskastanienpräparaten Darmerkrankungen, Durchfälle, Katarrhe der Atmungsorgane und Prostatabeschwerden.
In der Volksheilkunde werden zudem Warzen, Geschwüre, Frostbeulen, Flechten und Rheuma mit der Rosskastanie behandelt. Als Breiumschlag entspannt und reinigt sie fette, nervöse Haut.

Grossmutters Hämorrhoidenbad

Für das Rosskastanienbad gegen Hämorrhoiden und Krampfadern verwendete Grossmutter einen Badezusatz, der aus 3 Pfund reifen Kastanien bestand. Anna zerkleinerte dieselben und kochte sie mit 3 Liter Wasser eine Viertelstunde lang. Dann mengte sie die abgeseihte Flüssigkeit dem Vollbad bei.
Gegen Rheuma und Gicht empfahl sie Früchte der Rosskastanie in der Tasche zu tragen. Beim Velofahren und Wandern sollen sie, in gleicher Weise verwendet, auch gegen den "Wolf" (durch Scheuern entzündete Hautpartien) schützen...