27_Der Garten der Hekate

Verlassen wir den wohlbestellten Garten. Wandern wir in die Wildnis, wo kein Pfarrer Brot und Wein segnet hin zum verwunschenen Zaubergarten der Hekate mit ihren Giftpflanzen. Die dunkle Vegetationsgöttin schickt den Menschen Irrsinn und Tod.

An erster Stelle der folgenschweren Vergiftungen steht der Knollenblätterpilz, den man leicht mit dem Champignon verwechselt. Wenn sich nach 8 bis 40 Stunden die Vergiftungserscheinungen einstellen, ist es zu spät: Leber und Nieren sind irreparabel zerstört.

Die Familie der Doldenblütler liefert den gefleckten Schierling, dessen Saft dem gotteslästernden Vernunftmenschen Sokrates als Todesurteil verordnet wurde...und die Hundspetersilie, die häufig als Gartenunkraut wächst.

Nachtschattengewächse, wie die Tollkirsche oder das Bilsenkraut mit dem ekelhaften, rohen Geruch und den klebrigen, zottig behaarten Blättern warten mit Übelkeit, Wahnsinn, Muskelstarre und Koma auf.

Auf feuchten Wiesen begegnen wir Pflanzen, die trotz ihres freundlichen Grüns Hautbrennen, Blasen und Geschwüre verursachen: Hahnenfüsse, Troll- und Dotterblumen, Rittersporne und Windröschen. Aber kein Hahnenfuss kann den Eisenhut an Giftigkeit übertreffen. 2- 4 Gramm der frischen Wurzel töten einen Erwachsenen. Zu den besonders giftigen Pflanzen gehören auch einige Liliengewächse. Die Herbstzeitlose enthält eine Substanz, die die Zellteilung hemmt. Schon 5 ihrer Samen sind tödlich. Das Maiglöckchen und der Weisse Germer sind Mordgifte, mit denen man einst Pfeile präparierte.

Lernen Sie unsere giftigsten Pflanzen kennen!

Nehmen Sie ein Bestimmungsbuch zur Hand und schlagen Sie die Pflanzen nach. Nachtschatten, Doldenblütler, Lilien, Hahnenfüsse und die Pilze - der angehende Kräutermensch kenne sie gut, dass sie niemandem ein Leid antun!

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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