3_Die spagyrische Hochzeit

Alchimie, Alchimisten - die Wörter sind für uns nicht ohne Bedeutung: man denkt da etwa an Goldmacherkunst, an den Stein der Weisen oder an ein Lebenselixir, das, wenn auch nicht unsterblich, so doch ewig jung machen soll.

Als Vorläufer unserer heutigen Chemie haben die klassischen Meister aber einiges zu bieten. Wenn wir hören, dass der bekannteste Renaissancearzt Paracelsus einen grossen Teil seiner berühmten Arzneien nach spagyrischen Methoden aufbereitete, so lässt uns das aufhorchen. Die alchimistische Arbeit vollzieht sich in 3 Stufen: Trennung, Reinigung und Wiedervereinigung. Solve et coagula: Löse und binde - so der Wahlspruch der Alchimisten.

Die Zerlegung einer Pflanze beginnt stets mit dem Auszug der ätherischen Öle, des Sulphurs - meist mittels einer Wasserdampfdestillation. Sodann wird die restliche Pflanzensuppe der Vergärung und anschliessenden Destillation unterzogen: der Merkur wird gewonnen. Was übrig bleibt, wird eingedampft. Den Schluss der Trennung bildet die totale Veraschung (Sal) des Restproduktes bei hohen Temperaturen. Reinigungsprozesse in allen Arbeitsgängen führen zu hochwertigen Endsubstanzen.

Die Wiedervereinigung der Pflanzenelemente zu einem "veredelten Ganzen" durch das Zusammenfügen von Sulphur, Merkur und Sal nennt man "spagyrische Hochzeit".

Holen Sie die Alchimie in ihre Hausapotheke!

Sie sehen, dass das Zubereiten von spagyrischen Essenzen sehr viel Fachkenntnis der Technik, entsprechende Laborgeräte und nicht zuletzt ein enormes Wissen im Bereich der Astrologie bedingt. Einfacher ist es darum, sich die "Quinta Essentia" der Pflanzen in Ihrer Drogerie oder Apotheke zu besorgen. Lassen Sie sich beraten! Die Anwendung alchimistischer Präparate im Bereich der Hausapotheke ist meines Erachtens auf jeden Fall prüfenswert...

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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