50_Alraune - Mutter der Magie

Über die Magie der Pflanzen zu sprechen und die Alraune (=Elfengeraune) zu übergehen wäre etwa, wie über unsere Bundesräte zu reden und dabei deren Präsidenten zu vergessen. In der Tat ist und war die Alraune schlechthin DIE magische Pflanze. Auch in der Bibel spielt sie eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Lea, Jakob und der Fruchtbarkeit von Rahel. Und weil die Alraune "Bibelpflanze" ist, wurde sie von den Christen nicht etwa verschmäht (wie diverse unbiblische), sondern – im Gegenteil – zu Wucherpreisen gehandelt. Die Wurzelkrämer setzten dabei – vielleicht um ihr Geschäft zu schützen – schreckliche Geschichten in Umlauf: So keime die Pflanze nur unter dem Galgen eines Gehängten, und wenn man sie ausgraben wolle, so gebe sie einen für den Grabenden tödlichen Schrei von sich. Hat man die Alraunenwurzel (mittels eines Hundes) geborgen, müsse man sie mit Rotwein waschen und in feine Seide kleiden.

Selbst Goethe war im Besitze eines solchen "Homunkuli", welcher Gesundheit, Glück , die Offenbarung von Verborgenem sowie den Schutz vor bösen Geistern versprach ...

Die Pflanze ist nur in südlichen Gebieten heimisch. Schon Theophrast (750 v. Chr.) wusste, dass der Genuss der Wurzel das Bewusstsein verändern und sexuelle Träume bescheren kann. Auf der andern Seite ist mit Übelkeit, verminderter Sehschärfe, ja in gewissen Fällen sogar mit dem Tod zu rechnen.

In der Apotheke wird die Pflanze wenig, höchstens in den Bereichen Rheuma und Arthritis verwendet.

Entdecken Sie die Welt der Märchen!

Pflanzen spielen eine grosse Rolle in den Märchen, denken wir nur an Frau Holle, Dornröschen oder an die Geschichten von Andersen und Li. Nehmen wir in diesen dunklen Tagen wieder einmal die Märchenbücher zur Hand. Und lassen wir uns in die helle und wunderbare Welt der Gebrüder Grimm und J. Ringelnatz entführen.

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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