52_Der Atem des Universums

Das Entzünden von Räucherwerk gehört zu den ältesten rituellen Praktiken der Menschheit. Schamanen versetzten sich mit dem aufsteigenden Rauch bestimmter Hölzer und Blätter in Trance, Seherinnen inhalierten den Rauch von bewusstseinsverändernden Stoffen, um in Ekstase zu verfallen, Priester verbrannten Harze, um den Kontakt mit ihren Göttern herzustellen. Die meisten Pflanzen, die Räucherstoffe liefern, sind auch ansonsten kulturell bedeutsam. Sie werden unter anderem dazu verwendet, um Meditationen zu unterstützen, Gebete zu intensivieren, Liebesbereitschaft zu erzeugen (Koriander) - oder um die Räume zu desinfizieren (Salbei). Viele behelfen sich mit dieser Methode auch, um Lebensmittel zu konservieren (Rauchchnebeli), Kleidung und Haar zu parfümieren, oder einfach zur Freude und Unterhaltung.

Bekannte Räucherpflanzen sind Weihrauch und Myrrhe, Kieferharz und die Nadeln des Rosmarin- Strauches aber auch die Blätter von Lorbeer, Minze, Melisse, Beifuss, Thymian, Thuja, die Rinde des Zimtbaums, der Birke - und die Früchte von Wachholder, Sternanis oder Nelke.

Geben Sie Silvester eine persönliche Duftnote !

Eigentlich braucht es nicht viel dazu. Für Anfänger genügt ein feuerfestes Gefäss und ein Stück glimmende Holzkohle (eventuell Räucherkohle aus dem Fachhandel). Darauf gibt man das Pulver seiner Wahl mit einem Teelöffel... und schon kann's los gehen. Wichtig ist, dass die Pflanzenteile "knochentrocken" sind. Zerkleinert werden sie durch Zerschneiden, Zerstampfen oder Zermahlen. Wer keine Geduld hat, dem bieten einschlägige Fachgeschäfte Räucherstäbchen, Räucherkegel und Räucherkerzen feil.

Übrigens: mit Gummi arabicum (aus der Apotheke) können Sie Ihr Lieblingspulver in eine feste Form bringen. Einfach befeuchten, mit den Kräutern vermengen und im Backofen bei maximal 100 Grad eindampfen. Anschliessend Kugeln oder Stäbchen drehen.

Rolf Zingg
www.factorey.ch
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