Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
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Die Pflanze

So bescheiden die Pflanze aussieht, so gross ist ihre Wirksamkeit. Den Namen erhielt sie der kleinen herzförmigen Schoten, ihrer Früchte wegen, die aus den kleinen weissen Blüten entstehen. Als heilwirksames Mittel findet die ganze Pflanze in frischem oder getrockneten Zustand Verwendung. Sie kann bis in den Herbst hinein gesammelt werden.

Die Wirkung

Die Wirkstoffe der Pflanze sind mit komplizierten Namen wie Cholin, Acetylcholin, Tyramin, Histamin, Saponin aber auch mit Begriffen wie Gerbstoffe, ätherisches Öl und Vitamin C beschrieben. Man weiss heute, dass diese Stoffe in ihrer Gesamtheit die Darmtätigkeit und den Harnfluss anregen, sowie blutstillend und regulierend auf die Blutgefässe wirken. Viele Frauen setzen die gefässverengende, zusammenziehende Pflanze auch bei Problemen mit der Gebärmutter und der Menstruation ein.

Gerti Senger rät in ihrem hervorragenden Buch "Rezepte aus dem Heilkräutergarten", das Hirtentäschel bei stark blutendenden Wunden, zerquetscht aufzulegen und sich bei inneren Blutungen aus Magen, Darm und Lunge einen Tee aus zweiTeelöffeln getrocknetem oder einem Teelöffel frischem Kraut, das mit einer Tassen kochendem Wasser aufgegossen wird, zu bereiten. Mit diesem Tee tritt sie auch gegen Kreislaufschwäche oder als Mundspülmittel nach dem Zahnziehen an.

Grossmutter Annas Ohrentropfen

Grossmutter Anna hingegen verwendete das Kraut vor allem bei Nasenbluten und bei Ohrenbeschwerden. Sie liess uns dazu ganz einfach das frische Kraut kauen.

Bei Ohrenweh waren aber vor allem ihre Ohrentropfen unübertroffen. Dabei träufelte sie dem Leidenden einen Teelöffel des angewärmten Auszugs aus Hirtentäschelkraut in beide Ohren und massierte dabei sanft die Ohrenbasis. Eine wahre Wohltat!