Arbeitsstelle für praktische Biologie


 

 

Johannis-
kraut –
Rotöl

Die Pflanze

Das wunderschön goldgelb blühende Johanniskraut wächst oft in Flächen stehend in trockenen Wiesen, Heiden, Waldlichtungen und an Wegrändern. Wenn man die Blüten zwischen den Fingern zerreibt und sich dabei die Fingerkuppen rötlich- lila verfärben, dann haben wir die richtige Pflanze vor uns. Die länglich- ovalen Blätter haben ebenfalls Öldrüsen.

Die Wirkung

Während die ätherischen Öle vor allem das Nervensystem anregen oder beruhigen (Antidepressivum), wirken die Gerbstoffe auf die Schleimhäute entzündungshemmend, reizlindernd und sektretionsanregend. Darüber hinaus besteht eine kreislauf- und menstruationsfördernde Wirkung.

Wichtig ist auch die besondere Eigenschaft des Johanniskrautöls, infizierte Gewebe mit schlechter Heilungstendenz anzuregen und zur glatten Abheilung zu bringen, wobei das Öl eine schmerzstillende, entzündungshemmende, antiseptische und regenerierende Wirkung entfaltet.

Johanniskrautöl wirkt auch vorzüglich gegen Insekten-stich und Sonnenbrand.

In der Volksmedizin wird das Öl zudem bei Erkrankungen des Magens, des Darms, der Leber und der Galle eingesetzt.

Grossmutter Annas Rotöl

Um das berühmte Rotöl zu gewinnen, zupfte Grossmutter Anna nur die Blütenköpfchen des Johanniskrautes ab. Diese gab sie in einen dunkle Flasche, füllte mit einem guten Öl (z.B. Olivenöl) auf und stellte das Gefäss verschlossen an die Sonne.

Nach 3 Wochen seihte sie ab und wiederholte den Vorgang mit demselben Öl und frischen (oder getrockneten) Blüten. Das Öl war nach 6 Wochen reif. Es wurde filtriert und im kühlen Keller aufbewahrt.