Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Wiesenkümmel
Verdauungs-
pillen

Die Pflanze

Die Doldenblütler haben im Bereich der Küche und der Hausapotheke eine ungeheure Vielfalt bereit. Denken wir nur an Gewürze wie Dill, Anis, Maggikraut oder eben Kümmel, an Karotten und Fenchel, aber auch an tödlich giftige Pflanzen wie Hundspetersilie und Schierling.

Der Wiesenkümmel (er ist 2-jährig und entwickelt erst im 2. Jahr Blütenstengel und Früchte) hat feine Blätter und sein Blattstiel ist am Grund blasig aufgetrieben mit gefiederten Nebenblättchen. Die grünlichen, länglichen, 5-rippigen Früchte, die erst beim Trocknen braun werden, können im Juli geerntet werden.

Die Wirkung

Die ganze Pflanze riecht intensiv nach Kümmel (Blätter zerreiben!). Die Früchte enthalten den grössten Teil an ätherischem Öl. Kümmel wirkt entblähend und krampflösend im gesamten Verdauungsbereich. Ausserdem ist er appetitanregend. Stillende Mütter schätzen seine milchbildende Wirkung.

Wiesenkümmel lindert Beschwerden bei Erkältungen der Luftwege.

Grossmutter Annas Verdauungspillen

Grossmutter Anna brauchte den Kümmel vorwiegend in der Küche. Vor allem, wenn es "treibende" Speisen gab (z.B. Kohl, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch, frisches Brot, Zwiebeln) oder kohlensäurereiche Getränke. Auch in ihren Verdauungsschnäpsen war er zu finden. Oft fand er als Tee seine Bestimmung.

Am meisten Eindruck haben mir aber ihre Verdauungs-pillen gemacht, die sie folgendermassen herstellte: Mit einem Nudelholz zerdrückte sie die Samen zu feinem Pulver. (Heute würde man wahrscheinlich einen Mörser zur Hand nehmen). Das Pulver wurde mit Honig vermischt und kleine Kügelchen daraus geformt. (Ev. etwas Mehl beimischen!) Getrocknet entstanden so haltbare Pastillen.