Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Lindenholz - heilkohle

Die Pflanze

Die Linde war Grossmutter Annas Lieblingsbaum. Für sie symbolisierte er Mütterlichkeit, Liebe und Fruchtbarkeit. Aber auch Geselligkeit. Dorflinden waren zu ihrer Zeit der Ort des Zusammenseins. Manches Tanzfest hat sie unter ihren breit ausladenden Ästen erlebt...

Die Germanen wählten den bis zu 33 Meter hohen Baum mit den süsslich duftenden Blüten, den sie meist in einer Dreiergruppe pflanzten, für ihre Thingversammlungen und für Gerichtsverhandlungen.

Die Wirkung

Meist werden von der Linde nur die Blüten verwendet. An Wirkstoffen enthalten sie ätherisches Öl und viel Schleim. Auch Seifenstoffe, die bei der Verdauung mithelfen und Zuckerstoffe sind nachweisbar.

Die Volksmedizin kennt den Lindenblütentee als schweisstreibendes Mittel bei Erkältungskrankheiten. Der Tee wird auch bei Bronchitis, Halsentzündungen, Nieren- und Blasenkatarrh eingesetzt. Mit Kamillen- und Holderblüten lässt sich die Wirkung noch verstärken. Lindenblütentee löst Krämpfe, fördert den Schlaf und soll bei Konzentrationsschwäche wahre Wunder vollbringen.

Lindenblätter ergeben zwischen zwei bebutterten Brotscheiben mit etwas Salz und Zitronensaft ein schmackhaftes Sandwich.

Der Rindenbast macht als Brei die Augen klar und rein.

Grossmutter Annas Heilkohle

Grossmutter Anna schwörte vor allem auf die Wirkung von Lindenholzkohle. Sie bereitete diese mittels eines Feuers. Fein pulverisiert (1-2 Esslöffel in Wasser oder Milch verrührt) verwendete sie die Kohle vor allem bei Erkrankungen des Magen- Darm- Kanals, bei Blähungen und Durchfällen. Äusserlich streute sie die Kohle auf eitrige Wunden und offene Beine, die so zur schnellen Abheilung gebracht wurden.

Lindenholzkohle und Lindenblüten gehören einfach in jede Hausapotheke.