Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Vogelbeeren-
gelée

Die Pflanze

Leuchtend winken uns schon seit etlicher Zeit die korallenroten kugeligen Beeren in grossen hängenden Büscheln entgegen.

Der bescheidene lebenskräftige Baum – die Eberesche oder Vogelbeere – ist Symbol für Gesundheit, Kraft und Lebensfreude. Unsere Ahnen haben deshalb die Wiegen ihrer Kinder gern aus diesem Holz geschnitzt.

Die Wirkung

Vogelbeeren enthalten viel organische Säuren, Sorbit, Vitamin C, Zucker, Gerbstoffe, Pektin, Farbstoffe und die leicht giftige Parasorbinsäure. Die Beeren schmecken etwas bitter, säuerlich und zusammenziehend.

Untersuchungen in jüngster Zeit haben eine aktive natürliche Leberschutzwirkung und einen ausgeprägten gallenbefördernden Effekt ergeben.

Das Sorbit in der Beere hat einen günstigen Einfluss auf Verdauungsstörungen. Erfahrungsgemäss besitzen die gekochten Beeren eine durchfallwidrige und harntreibende Wirkung. Roh sind die Beeren abführend.

Rezept: Vogelbeerengelée

VORBEREITUNG

Reife Beerenrispen (1kg) sammeln und die einzelnen Beeren nach dem Waschen mit der Gabel abstreifen. Zur Entbitterung für eine Nacht in den Tiefkühler geben (oder mit dem Sammeln den ersten Nachtfrost abwarten).

2 kg Äpfel entkernen und in Stücke schneiden.

Eventuell zur Geschmacksverbesserung

3 Orangen mit dem Sparschäler ohne die weisse Schalenpartie schälen.

DURCHFÜHRUNG

Alles mit 8 dl Wasser mischen und

ca. 10 Minuten köcheln lassen. (Dadurch zerstört sich die Parasorbinsäure). Zugedeckt erkalten lassen und den Saft durch ein gebrühtes Tuch seihen. Saft mit 2,1 kg Zucker und Gelierpulver vermischen, kurz aufkochen, abschäumen, heiss in vorgewärmte Gläser abfüllen und sofort verschliessen.

MERKE

Das dunkelorange Gelée ist ungewöhnlich delikat.

Es eignet sich zu Wild, gekochtem Rindfleisch, Geflügel sowie für Torten, Kuchen und Süssspeisen.