Arbeitsstelle für praktische Biologie


 
Waldmeister
-Bowle

Die Pflanze

In schattigen Buchenwäldern mit gutem Boden ist der Waldmeister häufig zu finden. Unverwechselbar ist er mit seinem vierkantigen Stengel und den quirligen Blättern.

Im frischen Zustand ist das Kraut nahezu geruchlos. Nach dem Trocknen entwickelt sich aber sehr schnell ein schweres, süssliches Aroma, wonach manchmal auch frisch gemähtes und trocknendes Heu riecht. Wegen dieses Aromas ist der Waldmeister sehr populär.

Die Wirkung

Waldmeistertee gilt als vorzüglicher Heiltrank bei Leberleiden und Gallenstauungen. Er wirkt blutreinigend und vor allem beruhigend bei nervösen Zuständen.

Seine Wirkstoffe sind vor allem Cumarin, Gerb- und Bitterstoffe.

Da er auch gefässerweiternd, krampflösend und leicht harn- und schweisstreibend wirkt, wird er oftmals bei Harnsteinbildung, Hämorrhoiden und Durchblutungsstörungen eingesetzt. Äusserlich wirkt zerquetschtes Kraut bei Kopfschmerzen und Ausschlägen.

Da Cumarin nicht ganz unbedenklich ist, und bei zu hoher Dosierung vergiftungsähnliche Beschwerden wie Übelkeit und Kopfschmerzen auslöst, ist Vorsicht mit dieser Pflanze geboten.

Die Menge, die wir für die Maibowle davon verwenden, ist aber meines Erachtens unbedenklich.

Rezept: Waldmeisterbowle

VORBEREITUNG

Waldmeister, vor Gebrauch in einem gut verschlossenen Steingut- oder Porzellangefäss 2 Tage lang trocknen.

DURCHFÜHRUNG

Für 1 Liter Bowle verwendet man 6 – 10 Stengel Waldmeister. Man setzt die ganzen Blätter in einen kleinen Menge Weisswein an, lässt sie eine halbe Stunde ziehen. Dann nimmt man die Blätter heraus, füllt mit Wein auf. Etwas Zitronensaft, Zucker nach Belieben und Erdbeeren hinzugeben. Zum Schluss Sekt zugeben.

MERKE

Besonders gut schmeckt auch: Waldmeister in Apfelsaft ziehen lassen – wirkt sehr belebend.